Strom- und Gaspreisbremse 10.11.2022

Strom- und Gaspreisbremse 10.11.2022 | adapton AG

Autor: adapton AG

Anfang November wurde die Strom- und Gaspreisbremse für das Jahr 2023 angekündigt. Die Eckdaten des aktuellen Entwurfs bedeuten für Unternehmen Teilentlastungen, deren Höhe vom Jahresgesamtverbrauch abhängt.

Die wichtigsten Eckdaten sind:

  • Unter einem Jahresverbrauch von 1,5 GWh wird der Strompreis ab Januar 2023 auf 40 ct/kWh und der Erdgaspreis ab März 2023 auf 12 ct/kWh gedeckelt. Das gilt für 80 % des jeweiligen historischen Gesamtverbrauchs.
  • Ab einem Jahresverbrauch von 1,5 GWh wird der Strompreis auf 13 Ct/kWh und der Erdgaspreis auf 7 ct/kWh gedeckelt. Dies gilt ab Januar 2023 für 70 % des jeweiligen historischen Gesamtverbrauchs.
  • Das heißt, dass für die restlichen 30 % des historischen Verbrauchs reguläre Marktkonditionen gelten.
  • Die Strom- und Gaspreisbremse bleibt bis April 2024 in Kraft.

Unklar ist weiterhin:

  • Es ist noch unsicher, wie der historische Gesamtverbrauch ermittelt wird und ob zukünftige Verbrauchsänderungen bei der Berechnung der Entlastungen berücksichtigt werden können.
  • Um den Schwellenwert von 1,5 GWh zu erreichen könnte eine Bündelung des Einkaufs sinnvoll sein. Ob das möglich sein wird, ist noch unklar.
  • Ob in den Deckelpreisen die Gebühren, Umlagen und Abgaben für den Energiebezug (z.B. Netznutzungsentgelte) bereits enthalten sind, wurde noch nicht kommuniziert.

Trotz der geplanten Entlastungen werden die Energiepreise für Unternehmen in 2023 immer noch doppelt bis dreimal so hoch sein wie in Vorkrisenzeiten. Davon abgesehen deckelt die Strom- und Gaspreisbremse nur einen Teil des Gesamtverbrauchs und gilt nur bis April 2024. Für Unternehmen ist es daher wichtig, ihre Einkaufsstrategie an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Nur so kann nachhaltig das Planungs- und Preisrisiko minimiert werden. Welche Anforderungen müssen Unternehmen erfüllen, um die Vorteile der Strom- und Gaspreisbremse voll ausnutzen zu können? Wie muss der Energiekauf gestaltet werden, um Planungssicherheit und Risikomanagement für die nicht entlasteten Mengen und auch zukünftig bestmöglich zu gewährleisten?

Die Energieversorger haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre Marktrisiken zu kalkulieren und legen das Risiko daher vermehrt auf die Verbraucher um. Das äußert sich darin, dass es erhöhte Risikoaufschläge gibt und klassische Festpreisverträge entweder teurer oder gar nicht mehr angeboten werden. Stattdessen entwickelt sich der Markt hin zu neuen Liefermodellen und einer dynamischen Beschaffung über den Trancheneinkauf, das Portofoliomanagement oder reine Spotpreis-Verträge. Das führt dazu, dass zum einen Planungs- und Preissicherheit zurückgehen und zum anderen die Anforderungen an die Fachkompetenz des Einkaufs wachsen.

Diese Entwicklungen erfordern eine gut durchdachte Einkaufsstrategie. Der Einkaufsprozess muss neu gestaltet und das Risikomanagement in den Unternehmen muss so erweitert werden, dass eine kurzfristige Reaktion auf Marktentwicklungen möglich ist.

Wir bei adapton beraten und vermitteln Kompetenz im Bereich Energieeinkauf und stehen unseren Kunden als Ansprechpartner kontinuierlich zur Verfügung. Neben der Erstellung von realistischen Lastprognosen, die dabei helfen Risikozuschläge zu senken, unterstützen wir auch bei der Einrichtung eines nachhaltigen Einkaufsprozesses. Suchen Sie Orientierung, Planungssicherheit und eine kompetente Beratung in diesem Feld, kontaktieren Sie uns gerne!

Mehr Informationen zum Energieeinkauf finden Sie auf unserer Produktseite.

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